Über Grenzen, oder: der Zerfall der inneren Mauer.

14 Sep

Dinge, die man zum ersten Mal tut, fühlen sich immer etwas komisch an.

Dinge, die man nach sehr langer Zeit wieder zum ersten Mal tut, noch mehr.

Über ein Jahr habe ich keinen Blogpost mehr verfasst, keine persönlichen Gedanken mehr in Worte verkleidet und Euch auch nicht an den Irrungen & Wirrungen meines Innenlebens teilhaben lassen. Warum? Das weiß ich selber nicht. So oft hatte ich Ideen, Inspirationen oder Textstücke im Kopf, so oft fing ich an zu schreiben … und genau so oft hörte ich nach ein paar Sätzen wieder auf, weil es einfach nicht mehr ging. Die Ideen waren weg, nahmen die Inspiration mit und alle Textstücke verflüchtigten sich genauso schnell, wie sie gekommen waren. Und nichts hätte ich schwerer übers Herz gebracht, als einen Text zu veröffentlichen hinter dem ich nicht zu 100% mit Herz und Seele stehen kann und will.

Ob ich diesen Post veröffentlichen werde, weiß ich jetzt noch nicht. Ich lasse es auf mich zukommen.

Mein Kopf ist voll.

Zu voll.

Viel zu voll, um irgendetwas sinnvolles zu schreiben oder zumindest über das, was ihn eben so voll werden lässt. In etwas über zwei Monaten bin ich genau zwei Jahre hier. In meiner Herzstadt. In Hamburg. Und in etwas über zwei Monaten ist sie somit wieder erreicht … die Zwei-Jahres-Grenze.

Vor ein paar Jahren schrieb ich das erste mal darüber, vor zwei Jahren zuletzt. Doch nichts hat sich an der Verwunderung darüber geändert, wie sehr es mich packt. Wie sehr es mich innerlich aufreibt, unruhig macht und davon treibt, weil ich es scheinbar nirgendwo länger als zwei Jahre aushalte.

Ich werde unruhig.

Langsam aber sicher fangen die Fluchtgedanken wieder an sich zu regen, meine Nerven zu spannen und auf ihnen herumzutanzen als wären es Drahtseile. Nur ohne Netz und doppelten Boden.

Doch ich will hier nicht weg, nein. Wohin auch, ich bin ja glücklich.

Das bin ich.

Doch.

Oder?

Vieles hat sich ge- und verändert, vor allem aber ich mich selbst. Schien mein Weggang aus Berlin noch wie eine Flucht, so weiß ich heute, dass ich nicht fliehen kann. Und es nie konnte. Alles von dem ich glaubte und hoffte es hinter mir lassen zu können, kam mit. Nichts ließ mich los. Wie Schatten die sich an meine Fersen hefteten, war sie immer da.

Angst.

Aber so lange wie ich brauchte um sie überhaupt zu erkennen, so lange kämpfe ich auch bereits. Allein, mit ihm, mit euch an meiner Seite.

Und werde nicht aufhören.

Vielleicht erzähle ich euch irgendwann davon – dann, wenn ich die Schreibblockade endgültig überwunden habe und hier wieder angekommen bin. Es ist an der Zeit.

Und vielleicht seid ihr dann sogar noch da … wenn Ihr denn wollt?

P.S.: Danke für die letzten 3 Jahre und 3 Monate, P. – Du bist mein Herz.

F.

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