Spiegel.

12 Jan

Wenn es Nacht wird, wirst du bunt.
Während der dunkle Mantel noch dabei ist, sich über die Welt zu legen,
schlüpfst du in dein schillernstes Gewand,
knippst deine Lichter an und lässt das 1000Volt-Lächeln erstrahlen.

So hell, so gleißend…
alle Makel einfach ausgeblendet.
Dein Herz wacht auf, pulsiert und fängt die Menschen in seinem Rhythmus,
reißt sie mit.
Du bist der Star.
Du bist die Diva.
Der Vorhand hebt sich, deine Show beginnt.

Seit du denken kannst, ist es so..
doch keine Nacht ist wie die andere, von himmelhoch jauchzend bis zum Tode betrübt..
eine Achterbahnfahrt durch deine funkelnde Welt.
Du bist kein Gast.
Du bist die Party.

Doch wer dich schon länger kennt, weiß um deine echten Farben,
deine Eskapaden, deinen Wandel..und um deinen Morgen.
Wie eine Theatermaske trägst du zwei Gesichter,
das eine lachend und strahlend schön,
das andere traurig..und einfach echt.
Was dich bewegt, mach dich kaputt.
Was dich erhält, lässt dich zerfallen.

Du findest keine Ruhe, weil niemand dich lässt.
Weil jeder alles verlangt, nicht nur 100, sonder 110%.
Das perfekte Gesicht, die ultimative Show,
den Kick.
Wie eine Marionette hängst du in den Seilen,
so weich wie Wolle, hart wie Stahl, glänzend wie Gold, rostig wie alte Drähte..
und wirst fremdbestimmt.
Tausend fremde Hände, die nie dieselben sind, lenken dich, steuern dich, machen mit dir, was sie wollen..
und du lässt es geschehen.
Du bist einfach da.
Das ist alles, was sie brauchen.
Und Nacht für Nacht gibst du ihnen, was sie verlangen.
Verkaufst dich.
Zerstörst dich.
Und lebst dadurch auf.

Dein Herz schlägt mechanisch im Rhythmus der Zeit,
stetig pochend, doch niemals setzt es aus.
Menschengefüllt sind deine Blutbahnen,
mechanische Venen durchziehen deinen Leib.
Doch so unantastbar du auch scheinst, so zerbrechlich wirkst du,
wenn der Morgen kommt.

Komm zur Ruhe, atme durch..
und sieh einmal selbst in den Spiegel, den dir das Morgenlicht vorhält.
Trage die Kleider, die der helle Tag dir gibt, einmal genauso mit Stolz,
wie des Nachts.
Wenn der Alltag grau ist,
werde bunt.
Wenn alles pocht und pulsiert,
beruhige dein Herz.

Nimm dir Zeit,
achte auf dich.
Und verliere niemals dein Gesicht.

Das alles wünsche ich dir…

Berlin.

Nachtgespräch.

22 Dez

„Sie: (Pause) Liebst du mich?

Ich: Natürlich.

Sie: Wie sehr?

Ich: Weiß nicht…ganz doll. Unendlich und ein bisschen mehr.

Sie: (zufrieden) Gut.

Ich: Hätten wir das also geklärt.

Sie: (schelmisch) Und was würdest du tun, wenn ich mich von dir trenne?

Ich: Du willst dich von mir trennen?

Sie: Nein.

Ich: Warum reden wir dann darüber?

Sie: Sowas nennt man eine Unterhaltung. Menschen machen das andauernd.

Ich: Jetzt mal Klartext. Die Frage lautet also: Was mache ich, wenn du mich -rein hypothetisch-
sitzen lässt?

Sie: Ja.

Ich: Rein hypothetisch nichts.

Sie: Nichts?

Ich: Naja, so verrückt, wie wir aufeinander sind, müsste ich schon was ziemlich bescheuertes gemacht haben, dass du mich loswerden willst. (Pause) An den Zehennägeln kauen zum Beispiel. Und dann würde ich mir gleich selbst die Koffer vor die Tür stellen.

Sie: Musst du immer so logisch sein?

Ich: (lachend) Ich wäre im Arsch, im Eimer, in finsterer Nacht und in was weiß ich nicht wo.

Sie: Aber was würdest du tun?

Ich: Tun? (lange Pause) Ich würde alles tun, was in meiner Macht steht, um dich zurückzubekommen.

Sie: Zum Beispiel?

Ich: Die höchsten Gipfel erklimmen, die heißesten Wüsten durchqueren, mit den hungrigsten Tigern kämpfen – sowas in der Art. Okay, hier in Muswell Hill gibts wenig Tiger, Berge oder Wüsten, aber du verstehst schon, was ich meine, oder?

Sie: Und wenn es aussichtslos wäre?

Ich: Dann würde ich beim Versuch sterben.

Sie: Was wäre, wenn ich dir sagen würde, dass ich dich nicht mehr liebe?

Ich: Ich würde dir nicht glauben.

Sie: Und du würdest nie aufgeben?

Ich: Nie. Manche Dinge kann man einfach nicht aufgeben, oder?

Sie: Mr.Duffy, sie haben jede einzelne Frage richtig beantwortet.

Ich: Prima. Was habe ich gewonnen?

Sie: Mich.“

(Aus „Das Leben, die Liebe und der ganze Kram dazwischen“ von Mike Gayle.
Ein Nachtgespräch zum Auswendiglernen….)

Einhundertdreiundachtzig.

12 Dez

Ein Dezembernachmittag, wie er im Buche steht.
Kalt, nass und eingehüllt in eine Dunkelheit, die sich wie eine Decke über den eigentlich noch jungen Tag legt.
Sie mochte das.
Und besonders ihren Heimweg nach der Arbeit, den sie immer zu Fuß ging.
Warum sich in die total überfüllte Ubahn quetschen, warum sich in einen Dunstnebel aus „Döner mit alles und scharf“, Billigdeo und Feierabendschweiß begeben? Wäre sie trainierte Apnoe-Taucherin, hätte sie ja Übung im Luftanhalten..aber so? Nein, danke.

Die nasse Allee unter ihren Füßen glitzerte in den Scheinwerfern der vielen Autos, die schier endlos auf und ab zu fahren schienen. Aufgereiht wie auf eine Perlenkette, eins nach dem anderen.
Aber sie nahm sie gar nicht richtig wahr, die Musik in ihren Ohren entführte sie und machte aus dem nassen Asphalt einen Wunderweg, direkt zu ihrer Wohnung.

183.
War es tatsächlich schon 183 Tage her, als sie am Bahnsteig stand..nervös und innerlich zitternd wie Espenlaub?
Gespannt auf das, was der Zug ihr gleich bringen würde..und vor allem: wen?
Die Zeit verging wie im Flug, 6 Monate wie ein Wimpernschlag.
Ihre Gedanke flogen zurück zu diesem Tag und vor ihren Augen spielte sich alles noch einmal ganz genauso ab, als wäre es gestern gewesen.
Das erste, was sie damals sah, war sein Lächeln.
Dann den ganzen Menschen.
Wie damals spürte sie jetzt seine Umarmung und das kleine Hüpfen ihres Herzens.
Arm in Arm standen sie auf dem Bahnsteig, zwei Seeen die sich eigentlich noch fremd waren..aber gleichzeitig schon so vertraut, als hätten sie ein ganzes Leben miteinander verbracht.

Sie schmunzelt ein bisschen, als sie bemerkt, wie kitschig das doch klingt. Aber das Kopfkino läuft weiter… .
Zurück in die Zeit vor diesem Tag.
War sie nicht die, die sich eigentlich auf nichts neues einlassen wollte?
Die eigentlich die Schnauze voll hatte von diesem ganzen Gefühlskram?
Die eigentlich „allein“ (nicht einsam) war und das auch bleiben wollte?
Ja.
Eigentlich.

Doch erstens kommt immer alles anders, als man zweites denkt..und drittens mochte sie das Wort „eigentlich“ sowieso nie.
Er tauchte plötzlich in ihrem Leben auf, hüpfte in ihre Welt und riss dabei Farbeimer um, von denen sie dachte, dass sie längst eingetrocknet wären.
Mit bunten Fußtappsen stolpert er nun durch ihre Gedanken, ihr tägliches Leben, ihr Herz…und nichts könnte besser sein.
Nichts könnte sie glücklicher machen, als zu wissen, dass es kein Lösungsmittel für diese Farbe gibt.

Egal was ihr in diesen Monaten passierte, er war da.
Egal was ihm in diesen Monaten passierte, sie war da.
Verbunden durch ein Gefühl, dass selbst die 300km zwischen ihnen in einen Katzensprung verwandelt.
Sollte das etwa tatsächlich und endlich dieses „Glück“ sein, nach dem immer alle suchen….?

Sie steckt den Wohnungsschlüssel ins Schloss, hört, schon während sie ihn umdreht, das Telefon klingeln und weiß….

…sie ist angekommen.

Flucht.

17 Okt

Komm, halt dich fest.
Wir fliehen.

Schließ deine Augen und nimm meine Hand.
Ruf alle Sorgen und schlechten Gedanken zusammen.
Kehr sie auf einen Haufen, kick sie aus deinem Kopf.
Schlag ihnen die Tür vor der Nase zu.
Und sperr sie aus.

Hör sie winseln, lass sie kratzen.
Und kümmere dich nicht mehr darum.

Füll den freien Platz mit wichtigen Dingen.
Mit Dir.
Mit Uns.
Und dem Fluchtweg, hinaus aus dem Trott.

Der Weg, der jetzt vor uns liegt..und wartet, dass wir ihn gehen.
Irgendwo hin.
In unseren Köpfen.
Endlich zum Ziel.
In unseren Herzen.

Atme tief ein, halte meine Hand ganz fest.
Atme wieder aus und spüre die Freiheit.
Deine Hand in meiner.
Sicherheit und Nähe.
Geborgenheit.
Und Mut.

Lass uns gehen.
Und diesen Irrsinn hinter uns.
Für diesen Augenblick.
Für immer.

Komm, halt dich fest…
….wir fliehen.

Im Einklang.

14 Jul

Und wieder verschluckt sie mich.
Die große Stadt, die meinen Namen nicht kennt.
Weil sie einfach zu viele kennt.

Sperrt ihr Maul ganz weit auf, legt sich auf die Lauer..und wartet auf den richtigen Moment.
Den, an dem ich die Rückleuchten des Autos nicht mehr sehen kann.
Den, an dem ich wieder allein bin.

Sie atmet mich ein, und schießt mich mit den tausend Menschen und Eindrücken um mich herum, tief hinunter in ihren Schlund.
Unzerkaut.
Scheinbar habe ich die letzten 3 Tage in einer Blase gelebt, so unwirklich kommt mir auf einmal alles vor.
Viel zu laut, zu bunt, zu schrill.
meine augen brennen. Ich kneife sie zusammen, ignoriere dabei die kleinen Tränen in den Winkeln und schiebe alles auf den Gegenwind, der mir ins Gesicht peitscht.

Automatisch setze ich einen Schritt vor den anderen, laufe die Straße wieder runter, die wir vor ein paar Minuten erst hinaufgelaufen sind und bleibe stehen.
Drehe mich um, in der Hoffnung vielleicht doch noch etwas zu erkennen…doch das Auto, in dem du jetzt sitzt, ist längst weg.
Und obwohl ich das genau wusste und mir selbst über die Utopie im klaren war, noch einen Blick zu erhaschen..sticht es ein bisschen im Herzen.

„Immer dieses vermissen.
Verdammte Fickscheiße, wer hat das erfunden?“
(- Mein Herz schaltet sich ein und meldet sich lautstark zu Wort. Die ganze zeit hat es sich zusammengerissen, um mir den Abschied nicht allzu schwer zu machen..aber jetzt platzt ihm einfach der Kragen.)

„Herz, ich weiß es doch auch nicht. Aber was bringt es dir, jetzt die ganze Zeit rumzufluchen und die Umstände zu verteufeln, die nunmal zur Zeit nicht zu ändern sind? Sei doch vernünftig!“
(- Na super, das musste ja so kommen. Kaum gibt Frau Herz einen Mucks von sich, sieht Herr Kopf sich gleich wieder gezwungen, dies mit seinem persönlichen Senf zu quittieren. Na das wird jetzt ein Spaß…. .)

„Klappe, Kopf. Du immer mit deiner scheiß Vernunft. Ich pöble so viel ich will und verdammte Hacke, ich hab ja wohl auch allen Grund dazu!“
(- Was soll ich sagen. Es hat recht.)

„Aber wir wussten doch vorher, auf was wir uns da einlassen. Fernbeziehungen sind nunmal kein Zuckerschlecken, vor allem was die Abschiede angeht. Und komm, etwas neues ist es für uns auch nicht, wir kennen das doch eigentlich schon zu genüge.“
(- Was soll ich sagen. Er hat auch recht.)

„Aber…aber es fühlt sich eben so richtig an, verstehst du? Mal ganz ohne Vernunft, einfach nur Gefühl. Es stimmt. Es ist gut. Warum muss man dann nach ein paar Tagen wieder darauf verzichten?“
(- das Wort „verzichten“ brennt gerade wie Feuer auf und unter meiner Haut…)

„Weil Menschen immer genau das wollen, was ihnen gut tut. Bei einigen ist es Musik oder tolles Essen, ein Hobby oder bei manchen auch Alkohohl oder Drogen. Dinge, die ihnen das Leben (bei den Drogen vermeintlich) verschönern, sollten am besten immer vorhanden und greifbar sein. Auch die Liebe. So sind sie nunmal, die Menschen. Klingt komisch, ist aber so.“
(- Klingt komisch, ist aber so.)

Der Fahrradfahrer, der mich fast über den Haufen fährt, weil so nah an meiner Nase vorbei, reißt mich aus diesem Zwiegespräch und ich bemerke, dass mich meine Roboterbeine schon bis zur Ubahn-Station getragen haben. Ich lief den Weg, ohne es auch nur ansatzweise zu registrieren.
Das Gespräch zwischen Frau Herz und Herr Kopf hängt mir nach und ich komme gerade auf keinen klaren Gedanken.
Ja, es ist gut.
Verdammt gut sogar.
Eigentlich habe ich schon nicht mehr daran geglaubt, diesen Zustand noch einmal zu erleben.
Dieses gefühlte „3cm-über-dem-Boden-schweben“, dieses Lächeln, dass ich unbewusst den ganzen Tag auf meinen Lippen durch die Welt trage.
Dieses glück.
Weil da plötzlich jemand ist, der mir wieder allen Grund dazu gibt.
Der mich nicht nur so sieht, wie er es gerne hätte oder wie es ihm am besten passt.
Der mich durch Augen und mit einer Lebenserfahrung sieht, die ich manchmal selber gerne hätte.
Und jetzt ist es da. Verdammt…ja.

Mit diesem Gedanken und dem sich unweigerlich wieder entfaltenden kleinen Lächeln, steige ich in meine Bahn und suche mir den ruhigsten Platz.
Von den paar Stationen die ich fahre, nehme ich kaum etwas wahr. Und wenn doch, dann sind es die anderen Menschen um mich herum.
Ein junger Typ mit Fahrrad, der an der Tür steht und so sehr in seine Musik vertieft ist, dass er leise mitsingt. Ein Ehepaar mit vollen Einkaufstüten, das darüber philosophiert, was es wohl gleich zum Abendessen gibt und wer danach mit dem Spülen dran ist.
Oder das bezopfte Mädchen mit den roten Haargummis, das mich die ganze Zeit anstarrt.
Wie alt mag sie wohl sein..10, 11?
Sie starrt ohne mit der Wimper zu zucken, mustert mich von oben bis unten…und wirft mir, kurz bevor sie aussteigt, ein Lächeln zu, dass echter und liebevoller nicht sein kann.
Und mich noch mehr aus der Bahn wirft. Wie perplex winke ich ihr zu.
Sie nickt.

Ich steige an meiner Station aus, laufe die Treppen nach oben, mache den obligatorischen Gang zu meinem Lieblings-Späti-Mann..und gehe nach Hause.
Die Stufen, die wir vor ein paar Stunden zusammen leichtfüßig runterliefen, kommen mir plötzlich endlos vor.
Ich schließe die Tür auf, betrete meine Wohnung…und da ist nichts.
Alles ist totenstill.
Nur der Gesang einiger Vögel aus den großen Bäumen im Hof, dringt durch meine geöffneten Fenster.
Nie kam mir die Wohnung so leer vor.
Die Räume, die du vor kurzem noch durch deine Stimme und dein Lachen erfüllt hast, sind plötzlich ruhig.
Aber nicht unheimlich, sondern auf eine gute Art und Weise.
Eine, die mir nichts von „Abschied“ oder „Schmerz“ erzählt.
Eine, die sich nicht unaufhörlich in mein Herz bohrt, um danach noch genüßlich mit dem Salzstreuer über die frischen Wunden zu tänzeln.

Sondern eine, die meinen Blick auf meine rechte Hand lenkt.
Auf meine Hand und das Symbol daran, dass alles nicht nur gut ist..sondern immer sein wird.
Eine, die hinter das Wort „Abschied“ ein „…nur auf Zeit!“ stellt. Und dabei genau weiß, wie recht sie hat.
Egal, was auch kommt.
Und egal, was auch passiert.

Ich habe solange gewartet.
Vielleicht auch unbewusst, und ohne das genaue Ziel dieser Erwartung zu kennen.
Aber immer, auf so etwas wie das.
So etwas wie wir.
Und genau deswegen sind ein paar popelige Wochentage nur noch Firlefanz… .

Mein Feuerzeug leuchtet auf, entzündet die Zigarette…und mit dem ersten Zug, dem ersten Ausblasen des Rauches, verschwindet der Schmerz.
Im Kreislauf der großen Stadt, bin ich wieder ganz oben angekommen..und dafür bereit, dass sie mich in die Welt entlässt.
Neu und frisch.

Und mit Herz und Kopf im Einklang.

Reflektionen.

20 Jun

„ich will mit dir verstecken spielen.
..dir meine kleider geben.
..dir sagen, dass ich deine schuhe liebe.
..deinen nacken massieren.
..dein gesicht küssen.
..und deine hand halten.

ich will mit dir spazieren gehen.
..dich mein essen wegfuttern lassen.
..dich treffen und über den tag reden.
..über deinen tag reden.
..und über deine paranoia lachen.

ich will dir tapes geben, die du nicht mal hörst.
..mit dir großartige filme sehen.
..mit dir grottenschlechte filme sehen.
..dir vom fernsehprogramm erzählen, dass ich letzte nacht sah.
..und dann nicht über deine witze darüber lachen.

ich will dich am morgen.
..und dich dann aber noch eine weile schlafen lassen.
..dir sagen, wie sehr ich deine augen liebe.
..deine lippen.
..dein haar.
..deinen nacken.

ich will auf der treppe sitzen & rauchen..bis deine nachbarn nach hause kommen.
..auf der treppe sitzen & rauchen..bis du nach hause kommst.
..mich sorgen, wenn du dich verspätest.
..überwältigt sein, wenn es früher wird.

ich will dir sonneblumen schenken.
..auf deiner party tanzen.
..dir sagen, dass es mir leid tut, wenn ich zweifle.
..und glücklich sein, wenn du mir vergibst.
..deine fotos ansehen.
..und mir wünschen, dich für immer zu kennen.

ich will deine stimme in meinem ohr hören.
..deine haut auf meiner haut fühlen.
..ängstlich sein, wenn du wütend wirst.
..dir sagen, dass du wunderschön bist.
..dich halten, wenn du besorgt bist.
..und dich halten, wenn du verletzt bist.

ich will dich, wenn ich dich rieche.
..dich erzürnen, wenn ich dir zu nahe trete.
..wimmern, wenn ich ganz nah bei dir bin.
..und wimmern, wenn ich es nicht bin.

ich will dich in der nacht beschützen.
..frieren, wenn du die decke klaust.
..und schwitzen, wenn du es nicht tust.
..schmelzen, wenn du lächelst.
..und mich auflösen, wenn du lachst.

ich will aber nicht verstehen, wenn du wieder denkst, ich würde dich ablehnen.
..weil ich dich nie ablehne.
..mich wundern, wie du das überhaupt denken kannst.
..mich wundern, wer du bist.
..und dich akzeptieren, wie du bist.

ich will dir geschichten erzählen, von verwunschenen orten und gestalten.
..märchen, die wahr sind.
..unsere geschichte zu einem solchen machen.
..dir geschenke kaufen, die du nicht willst.
..und sie wieder wegnehmen.

ich will dich fragen, ob du mich heiraten willst.
..dich „nein“ sagen hören.
..es trotzdem immer wieder tun, obwohl du denkst, ich würde es eh nicht so meinen.
..und dir sagen, dass ich es immer so meinte. von der ersten frage an.

ich will durch die stadt wandern und nachdenken.
..alles ganz leer finden, ohne dich.
..aber wollen, was du willst.
..und wollen, was du denkst.

ich will mich selbst verlieren.
..dir das schlimmste von mir erzählen.
..versuchen, dir das beste von mir zu geben.
..und wissen, dass du genau das verdienst. nicht weniger.

ich will auf deine fragen antworten, auch wenn ich es lieber nicht tun sollte.
..dir die wahrheit sagen, auch wenn ich es wirklich nicht will.
..ehrlich sein, weil ich weiß, dass du es verdienst.
..denken, dass dann alles vorbei ist.
..und trotzdem bleiben, bevor du mich aus deinem leben wirfst.

ich will vergessen wer ich bin.
..und versuchen, dir näher zu kommen.

und ich will es dir irgendwie, irgendwie mitteilen..etwas von dieser:
..überwältigenden..
..unsterblichen..
..übermächtigen..
..bedingungslosen..
..allumfassenden..
..bewusstseinserweiternden..
..fortdauernden..
..und nicht enden wollenden..

liebe.

..die ich für dich habe.“

Ich bin hier.

12 Mai

Wenn ich könnte,
dann würde ich tauchen.
Hinter deine Augen, in deinen Blick.

Um von dort aus die Dinge aus deiner Sicht zu betrachten.
Vor allem mich… .

Wenn ich könnte,
würde ich von dort aus weiterschwimmen.
In deine Gedanken, deinen Verstand.

Um dort endlich ein paar Hebel umzulegen & Knöpfe zu drücken..um dich & deine Richtung ein bisschen zu drehen.
Hin zu mir… .

Wenn ich könnte,
baute ich mir dann aus Wortfetzen & Gedankensplittern ein Floß.

Um durch deine Sinne zu treiben.
Deinen Blick zu klären.
Dein Gehör zu schärfen.
Deine Hände zu sensibilisieren.
Für meine Gesten.
Meine Worte.
Meine Haut.

Wenn ich könnte,
würde ich dann wieder auf mein Floß steigen..und mich einfach tragen lassen.
Zu deinem Herzen.

Um mich kurz davor durch Stromschnellen zu kämpfen, wilde Gefälle zu überstehen & die felsigen, spitzen Riffe zu umfahren, die du dir im Laufe aller Jahre & Erfahrungen, mühsam aufgebaut hast.

Vielleicht würde ich es schaffen, mein Floß in ruhige Gewässer zu leiten.
Vielleicht treibt es mich genau vor dein Tor. Dein Herz. Mein Ziel.

Wenn ich könnte,
würde ich dich dann bitten, die Zugbrücke herunter zu lassen.

Um endlich zu sagen:
„Ich bin hier.“